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Entbindung der Plazenta

 
Das nächste was Ihre Hebamme macht, nachdem sie die Nabelschnur abgeschnitten hat (neben dem Wachen über Ihr Baby), ist sicherzugehen, dass die Plazenta richtig und schnell entbunden wird. Nachdem das Baby geboren ist, verkleinern die anhaltenden Wehen und das Schrumpfen oder die Retraktion der Gebärmutter das plazentale Bett deutlich. Die Plazenta wölbt sich nach innen und zerreißt dadurch die Blutgefäße und Verbindungen zur Gebärmutterwand. Dies führt zu einer kleinen Blutung hinter der Plazenta wodurch die Ablösung weiter vorangetrieben wird. Dieser Prozess beginnt sobald das Baby geboren ist und ist normalerweise in fünf Minuten abgeschlossen. Allerdings verbleibt die Plazenta für gewöhnlich länger im Uterus, da die Membrane länger brauchen um sich von der Gebärmutterwand zu lösen. Sobald diese plazentale Abtrennung erfolgt ist, drückt die muskuläre Gebärmutterwand nach unten, um die Blutgefäße im plazentalen Bett abzuschnüren, und bewirkt gleichzeitig die Bildung von Blutgerinseln in den Enden, um den Blutverlust zu minimieren.
 
Wenn man die Plazenta und die Membrane sich alleine trennen last und keine Versuche unternommen werden sie zu entbinden bis klare Trennungszeichen sichtbar sind, spricht man von einem traditionellen Umgang mit der dritten Phase. Die Anzeichen sind ein Blutstrom (die retroplazentare Hämorrhagie), gefolgt von Kontraktionen, die den Fundus des Uterus in den Unterleib hochtreiben. Auch ist eine Verlängerung der Nabelschnur außerhalb der Vagina sichtbar und Sie werden ein Verlangen spüren, sich herunterzubeugen, was das beste Zeichen dafür ist, dass die Plazenta sich abgelöst hat und dass der Uterus versucht, sie in die Vagina zu hinaus zu drängen. Sobald all dies passiert ist (normalerweise nach etwa 20 Minuten) wird Ihre Hebamme ihre Hand über Ihr Schambein legen um den Uterus in Position zu halten und wird Sie dann auffordern, einen kleinen Stoß zu geben, während sie sachte die Nabelschnur herauszieht und die abgetrennte Plazenta dazu bringt, die Vagina zu verlassen, gefolgt von den Membranen und dem retro-plazentaren Blutgerinnsel. Dann wird sie den Uterus kräftig massieren um eine weitere Kontraktion „hochzureiben“, die hilft, den Uterus weiter zusammen zu ziehen und weitere Blutungen zu vermeiden. Weitere Massagen des Uterus werden eventuell während der ersten Stunde nach der Geburt nötig sein, damit es stark zusammengezogen bleibt.
 
Wenn es Ihnen wichtig ist, während der Nachgeburtsphase keine medizinischen Eingriffe zu bekommen, können Sie den natürlichen Prozess beschleunigen und versuchen heftiges Bluten zu vermeiden, indem Sie das Baby nach der Geburt so schnell wie möglich an Ihre Brust führen und es zum Saugen zu bringen. Das Saugen regt die Ausschüttung des Hormons Oxytocin an, welches dazu führt, dass Ihr Uterus sich zusammenzieht und die Plazenta sich von der Gebärmutterwand trennt. Außerdem ist es für eine schnelle Entbindung hilfreich, wenn Sie darauf achten, dass Ihre Blase leer ist.
 
Der Grund warum viele Krankenhäuser einen eher proaktiven Umgang mit der Nachgeburtsphase empfehlen ist, dass es nach der Entbindung des Babys und der Plazenta zu Massenblutungen kommen kann. Es ist tatsächlich so, dass Nachgeburtsblutungen immer noch der häufigste Grund weltweit für Müttersterblichkeit sind. Vor der Geburt wird Ihre Hebamme die Nachgeburtsphase mit Ihnen bereits besprochen haben und Ihnen erklären, dass eine proaktive Handhabung eine Syntometrin-Injektion in Ihren Oberschenkelmuskel beinhaltet, die Ihnen gegeben wird, sobald der Kopf und die erste Schulter des Babys entbunden sind. Diese Injektion ist eine Kombination aus Syntocinon und Ergometrin: das Syntocinon führt dazu, dass der Uterus sich schnell zusammenzieht und das Ergometrin stellt sicher, dass die Kontraktion verlängert oder beibehalten wird, auch wenn die Wirkung eher langsam einsetzt. Die Kombination beider Medikamente hilft, den Uterus eng zusammenzuziehen, die Plazenta und die Membrane zu trennen und hinauszustoßen, und dann die Kontraktion des Uterus ohne Entspannung für einen Zeitraum von etwa 45 Minuten aufrecht zu erhalten. Nachdem sich der Uterus fest zusammengezogen hat, wird Ihre Hebamme eine schützende Hand oberhalb Ihres Schambeins ansetzten um zu vermeiden, dass der Uterus nach unten gezogen wird, wenn sie sanft an der Nabelschnur zieht. Diese kontrollierte Loslösung durch Zug auf die Nabelschnur stellt normalerweise eine schnelle Entbindung der Plazenta und der Membrane sicher. Übermäßige Kraftanwendung kann zur Uterusinversion führen – der Uterus wird im wahrsten Sinne des Wortes umgestülpt.
 
 
 
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Weitere Informationen zur Nachgeburtsphase:
 

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